Heilkundliche
Psychotherapie
Was ist ganzheitliche Psychotherapie?
Psyche und Körper sind eine Einheit. In der ganzheitlich körperorientierten Psychotherapie werden alle körperlichen Empfindungen in den therapeutischen Prozess mit einbezogen. Psychische und körperliche Dimensionen des Erlebens werden gleichwertig behandelt, denn Psyche äußert sich körperlich und wird ebenso durch den Körper beeinflusst.
Im gesunden Organismus gibt es einen frei fließenden Informationsaustausch. Psyche und Körper sind gemeinsam in der Lage, die Herausforderungen des Lebens zu meistern. Da die Aufmerksamkeit des Menschen wechselt, bedeutet es, dass manchmal körperliche Empfindungen, dann wiederum Gefühle, Gedanken-, oder Handlungsmuster im Vordergrund stehen.
Begegnet dem Menschen eine Herausforderung oder Krise, die er mit seinen ihm zur Verfügung stehenden Kräften nicht mehr bewältigen kann, können Symptome entstehen - relativ zeitnah oder erst zu einem späteren Zeitpunkt. Diese machen sich dann psychisch, häufig auch körperlich bemerkbar.
In meiner Arbeit unterstütze und begleite ich sowohl Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, als auch Menschen, welche die Freude an ihrem Wachstum und Potentialentfaltung entdeckt haben.
Irritierende Momente können eine Tür im Menschen öffnen, um Gesundheit, Wachstum, Persönlichkeitsentfaltung in sich selbst zu entdecken, erforschen und weiter zu entwickeln.
Auslösende Impulse können sein: vielfältige Krisensituation(en); ein akutes oder reaktiviertes Trauma; anhaltende körperliche Symptome, mit und ohne medizinischen Befund und Vieles mehr.
In der Therapie begleite ich Sie in Ihrem Erkunden, in welcher Art und Weise Psyche und Körper miteinander verbunden sind - wie hat sich das Alles als Ganzes, als Einheit organisiert?!
In einem wertfreien, nicht urteilenden Raum, wenden wir uns im therapeutischen Prozess dem zu, was Sie gerade beschäftigt.
Ein wichtiger Aspekt der Arbeit ist:
Es wird den Zeichen des Körpers (Körpersprache), wie zum Beispiel Symptomen und Empfindungen, ressourcen- und zielorientiert Aufmerksamkeit geschenkt. So ist es möglich, daran zu arbeiten, ohne explizit Inhalt oder Erinnerung kennen oder benennen zu müssen. Sind diese für den therapeutischen Verlauf wichtig, dann tauchen sie auf und werden anerkennend mit einbezogen.
In der ganzheitlichen Psychotherapie ist Ihre aktive Mitarbeit eine tragende Basis, denn die Veränderung geschieht in Ihnen. Sobald sich das Bewusstsein für die Zusammenhänge von Reiz-Reaktions-Mustern verändert, entstehen dadurch neue Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit ihnen.
Durch die achtsame Arbeit wird der Prozess in einem sicheren Raum gehalten.
Die Behandlung findet im Sitzen statt. Bei Bedarf können im Prozessverlauf auch Bewegungen oder Körperübungen angeleitet werden, zudem steht eine Liege zur Verfügung. Auch im Liegen sind Sie stets voll bekleidet.
Psychosomatische Störungen
Schon das Wort Psychosomatik beschreibt die Zusammengehörigkeit:
Psyche (altgriechisch): "Atem, Hauch" von "ich atme/hauche/blase/lebe",
und Soma (griechisch): Körper.
Doch wie können psychosomatische Symptome entstehen?
Das Leben stellt vielfältige Anforderungen an den Menschen. Die Belastungen haben sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert. Der technische Fortschritt ist rasant. Die Informationsflut über die Medien, wie Fernsehen, Internet, soziale Netzwerke ist enorm. Die Reize, die heutzutage auf den Menschen einwirken sind hoch. Die gesellschaftliche Modernisierung schreitet rasch voran. Es ist viel auf einmal, alles ist bunt geworden. Fast überall ist es laut und zum Teil wird das schon nicht mehr als Solches wahrgenommen.
Es entsteht für Viele schon in der Schule und später im Beruf ein hoher Leistungsdruck, so daß sich, unter anderem auch daraus unterschiedlichste Formen von Ängsten entwickeln können. Auch die gesellschaftlichen Erwartungen an Familien haben sich verändert.
Wie Psyche und Körper auf diese Anforderungen reagieren, ist sehr individuell und komplex. Ist der Mensch gut eingebunden in ein familiäres und soziales Netz und fühlt er sich wohl in Schule oder Beruf, gibt es zudem einen Ausgleich in der Freizeit, dann ist das alles eine tragende Basis, die als guter Stabilisator wirkt.
Die Wechselwirkungen von innen und außen beeinflussen das Wohlbefinden; psychisch, wie auch körperlich. Werden Gefühle unterdrückt und/oder verdrängt, suchen sie sich irgendwann einen Ausdruck über den Körper, um auf sich aufmerksam zu machen.
Symptombeispiele:
- Kopfschmerz / Migräne
- Schlafstörungen
- Verdauungsstörungen, wie Verstopfung, Reizdarm und mehr
- Allergien
- Schmerzsyndrome wie z. B. Fibromyalgie
- Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung)
Im therapeutischen Prozess werden Empfindungen und Eindrücke wahrgenommen. Gleichzeitig wird erkundet: Welche Gedanken und Gefühle werden erlebt? Und was geschieht dabei im Körper?
Diesem Zusammenspiel und Austausch von Informationen im lebendigen Organismus wird behutsam Beachtung und Aufmerksamkeit geschenkt. So entstehen neue Kommunikationsmuster durch alle Wahrnehmungs- und Erlebensebenen. Diese neue Orientierung wird aufgegriffen, so daß sich alles wieder zur Gesundheit ausrichten kann.
In der Psychosomatik kann der Prozess durch achtsame, therapeutische Berührung hilfreich unterstützt werden. Der Körper erfährt dadurch Beruhigung. So ist es ihm leichter möglich, sich wieder auf eine gesunde Regulierung von Körper und Psyche auszurichten und somit in die innere Balance zurückzufinden.
Schocktrauma und Traumafolgen
Ein Trauma ist eine Verletzung unserer Grenzen mit Todesangst und unterdrückt als Folge die Entfaltung des Lebens, um uns vor Überreizung und damit Überforderung zu schützen.
Eine Verletzung von Grenzen findet sich im Nervensystem in Form von zu viel gebundener Energie wieder. So verliert es einen Teil seiner Flexibilität. Dies führt dazu, daß sich Symptome entwickeln können.
Ursache eines Traumas sind Ereignisse, die wir als lebensbedrohlich erfahren. Dazu gehören Unfälle, Gewalt, Krieg, schwere Krankheit, Operationen, jedoch möglicherweise auch der Verlust eines nahen Menschen und ähnliche Erfahrungen. Die instinktiven Impulse von Flucht und Kampf können im Angesicht der lebensbedrohlichen Gefahr nicht ausagiert werden. Was an biologischer Reaktion bleibt, ist ein Totstell-Reflex. Der Körper kommt in einen Zustand des "Einfrierens"/Erstarrung (Freeze), was zu einer unbewussten Abspaltung führen kann. Der Mensch ist aus dem Gleichgewicht. Er fällt aus dem natürlichen, gesunden Spannungsbogen der inneren Regulation und verliert im individuellen Maße seine flexible psychische Widerstandkraft (Resilienz).
Symptome zeigen sich in den unterschiedlichsten Formen: Überaktivität, Ängste, Formen von Depression, Schlafstörungen, Posttraumatische Belastungsstörung mit Flashbacks (Wiedererinnern), Übererregung, Vermeidungsverhalten und Rückzug (emotional und sozial), Überwachsamkeit, Konzentrationsstörungen, chronische Schmerzen, Migräne, Probleme des Immunsystems und vieles mehr.
In der Behandlung wird die Arbeit mit Somatic Experiencing ® angewendet. Es werden lösungsorientierte Techniken aktiv in dem Prozess eingesetzt, die Ihnen und Ihrem Körper helfen können, das traumatische Geschehen neu zu "verhandeln". Gleichzeitig wird die Aufmerksamkeit langsam und behutsam auf das innere Erleben gelenkt. Ebenso hilft die Erkundung und Nutzung von Ressourcen dem Körper in kleinen Schritten, die im Nervensystem gebundene Energie zu lösen. Dazu werden eigene, innewohnende Fähigkeiten (innere Ressourcen) und äussere Ressourcen, wie ein tragendes soziales Umfeld, nahe stehende Menschen, Sport, Kreativität oder Ähnliches als positiv Empfundenes herausgearbeitet. So bekommt der Körper die nötige Hilfe, sich aus dem Erstarrungs-Modus Stück für Stück befreien und Flucht- und Kampfimpulse re-etablieren zu können. All dies hilft dem Körper seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren, so daß der Moment einer überwältigenden Erfahrung und massiver Grenzverletzung verarbeitet werden kann.
Grundlegende Aspekte dabei sind: die Erfahrung von Erdung, sowie Unterstützung des Nervensystems in der Entladung von zu viel gebundener Energie. Dies ermöglicht eine neue Organisation im Körper und führt zu anschliessender Integration der Reorganisation im Organismus.
So finden Sie Schritt für Schritt zu Ihrem Gleichgewicht zurück.
Entwicklungstrauma und Bindungsstörungen
Als Kind ist der Mensch viele Jahre auf die Fürsorge seiner Eltern und Bezugs-, bzw. Betreuungspersonen angewiesen. Um gut wachsen zu können und eine positive Entwicklung zu durchlaufen, brauchen Menschen eine Familie und eine Umgebung, in der sie Liebe, Sicherheit, Wertschätzung, Fürsorge, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Empathie und gesunde Grenzen erfahren. Dadurch entwickelt sich Urvertrauen ins Leben, ein Glauben an die eigenen Fähigkeiten, das Gefühl etwas erreichen zu können, sowie die Fähigkeit gute Beziehungen aufzubauen, zu erhalten und Vieles mehr.
Das muss und kann nicht alles ausschließlich von Eltern geleistet werden. Die Entwicklung eines jeden Menschen ist eingebunden in ein soziales, gesellschaftliches Umfeld. Auch von hier erfahren sie Unterstützung und Ermutigung.
Der Mensch wird physiologisch mit einem Nervensystem geboren, welches die eigene Regulation erlernen muss. Wachsen Kinder in einem Umfeld auf, in dem sich die Eltern selbst gut regulieren können, dann lernt ihr eigenes Nervensystem ebenso, sich gut regulieren zu können. Gleichzeitig entsteht durch dieses aufeinander eingestimmt sein, eine Beziehung und Bindung zueinander. Der junge Mensch fühlt sich verbunden, eingebunden und wertgeschätzt, wodurch ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit entsteht.
Dieses Gefüge ist einerseits tragend, jedoch auch verwundbar, denn durch die Gehirnforschung wissen wir heute, dass die Beteiligung der Gefühle entscheidend ist für die Abspeicherung des Erlebten im Gehirn; sowohl im Positiven, wie im auch Negativen.
Bei einem offensichtlich traumatisierenden Ereignis ist es leicht nachzuvollziehen, daß es stark belastend und schwer zu verarbeiten ist.
Bei Entwicklungstrauma und Bindungsstörungen kann die Entstehungsgeschichte jedoch verdeckt und subtil sein. Sie führt zurück in die Kindheit, wobei es besonders schmerzhaft und schwierig zu verarbeiten ist, wenn die Verletzungen (seelisch und körperlich) durch Menschen, besonders jedoch durch nahestehende Menschen geschahen und/oder noch geschehen.
Das Gehirn des Menschen ist ein soziales Organ. Es wird durch Beziehungserfahrungen geformt. Deshalb sind Verletzungserfahrungen durch Menschen so gravierend, denn sie werden als Vertrauensbruch erfahren. Es ist leicht nachvollziehbar, daß je früher in der Entwicklungsgeschichte ein verletzendes Ereignis/eine Erfahrung liegt, umso nachhaltiger ist die Bildung der Muster im Gehirn.
Das Kind lebt in Abhängigkeit zu den Eltern, bzw. Bezugspersonen. Es ist in seiner Handlungsmöglichkeit und -fähigkeit sehr eingeschränkt. Somit ist es wegweisend für die Entwicklung eines Kindes, wie sich die Beziehungserfahrung und damit auch Bindung gestaltet.
Die kognitive Erinnerung beginnt in der Regel etwa ab dem 24. Lebensmonat. Erfahrungen, welche davor gemacht wurden entziehen sich somit der bewussten Erinnerung. Sie werden jedoch sowohl im Körper-Zell-Gedächtnis als auch im Gehirn gespeichert und erzeugen Muster. Dies kann dazu führen, daß man als Erwachsener Stimmungen, Gefühle und/oder Handlungen an sich erlebt, ohne daß sie in der gegenwärtigen Situation verständlich sind. Das ist meist sehr verwirrend.
Zu den möglichen Ursachen für die Entstehung gehören unter anderem die Erfahrung von Vernachlässigung, jedoch auch Überfürsorglichkeit, Armut, Aggression im sozialen Umfeld, missbräuchliche Erfahrungen von Gewalt (emotional, körperlich, sexuell) ein psychisch erkrankter oder auch selbst traumatisierter Elternteil (transgenerationales Trauma) und so weiter.
Ist ein Mensch solch intensiv prägenden Bedingungen ausgesetzt, dann ist die Folge für das Kind und späteren Erwachsenen, eine systemische Dysregulation. Dies führt zu einem eingeschränkten Resilienzspielraum, was anfällig für spätere Traumen macht.
Mögliche Symptome, welche auf ein Entwicklungstrauma und/oder Bindungsstörung hinweisen können, sind:
- übermäßige Reizbarkeit
- Neigung zu Gefühlsausbrüchen
- sich "überempfindlich" fühlen
- sich nicht im Kontakt fühlen, sowohl mit sich selbst, als auch mit anderen Menschen
- die Welt fühlt sich bedrohlich an
- Angst vor Bindungsverlust
- leicht schreckhaft
- Hypervigilanz (Überwachsamkeit)
- vermindertes Selbstwertgefühl
- Formen von Depression
- Ängstlichkeit bis hin zu Panikattacken
- Erschöpfung, chronische Müdigkeit
- psychosomatische Symptome
Durch die Anwendung mit NARM ® und SATe, unter Einbeziehung von SE ®, haben wir die Möglichkeit, auf das im Körper innewohnende (inhärente) Wissen einen Zugriff zu bekommen, darauf einzugehen und es im therapeutischen Prozess zu integrieren. Die Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass der Mensch biologisch auf Heilung programmiert ist, und somit die körpereigene Weisheit den Weg zur Lösung in sich trägt.
Unter Berücksichtigung der heutigen Erkenntnisse, daß Symptomen eine somatische Dysregulation zugrunde liegt, betrachten wir die Themenbereiche der Physiologie, Emotion (Gefühl), Verhalten, Beziehungsfähigkeit und Identität. Durch das Arbeiten in der Gegenwart aus Sicht des Erwachsenen werden auch Ressourcen genutzt. Die Aufmerksamkeit wird auf die Handlungsmöglichkeiten und -fähigkeiten gelenkt, die der Erwachsenen erworben hat und ihm somit zur Verfügung stehen. Häufig werden im Verlauf innere Konflikte und Ambivalenzen deutlich, die im Augenblick des Erkennens greifbarer werden. So besteht die Möglichkeit neue (Handlungs-) Muster zu erarbeiten, um sich aus bestehenden Identifikationen lösen zu können. Dies wiederum unterstützt die autonome und emotionale Selbstregulation.
Begleitet durch Achtsamkeit, in einem wertfreien und urteilsfreien Rahmen, erarbeiten Sie sich die Möglichkeit neuer Entfaltungschancen für Ihr Leben.
Kinder
Das Leben eines Menschen hat biologisch seinen Anfang im Moment der Empfängnis. Von diesem Augenblick an beginnt die Entwicklung des menschlichen Lebens. Das Kind wächst, durchläuft eine unglaubliche und kontinuierliche Entwicklung in den Monaten der Schwangerschaft und schon in der Gebärmutter übt es sich zunehmend in Bewegungen, welche sich als Muster im Gehirn abbilden.
Wissenschaftlich mittlerweile gut erforscht, ist heute bekannt, daß die Entwicklung von Embryo und Fötus in einer Wechselwirkung mit seiner ihm umgebenden Welt geschieht. Er erfährt erste Prägungen durch den Verlauf der Schwangerschaft.
Ein absolut einmaliger Moment ist dann die Geburt: für Mutter und Kind!
Hier erleben beide die erste Erfahrung von körperlicher Trennung. Das Kind verlässt die schützende Umgebung der Gebärmutter, die Mutter lässt ihr Kind zum ersten Mal los. Das ist der Moment, in dem wir das Kind "Willkommen!" heißen.
Start ins Leben
Kinder erleben die Welt aus ihrem ganzheitlichen Sein heraus. Jede Erfahrung die sie machen, wird auf allen Ebenen wahrgenommen; im körperlichen Empfinden, Erspüren und im emotionalen Fühlen.
Es entspricht dem natürlichen, biologischen Prozess, dass Kinder die Welt erforschen wollen. Sie wollen wachsen, gleichzeitig verbunden und frei sein, sie wollen dazu gehören.
Begeisterung und Entdeckerfreude ist die natürliche Motivation im Kind. Wenn ein Kind sich sicher und geborgen fühlt, dann kann es nach Außen in die Welt gehen und jederzeit wieder zurück kommen. Widmet der Erwachsene dem Kind seine Aufmerksamkeit, zeigt Interesse an seinen Erzählungen und Gefühlen, schenkt ihm Zeit und seine Präsenz, dann entsteht für das Kind ein sicherer Rahmen und es kann seine Eindrücke gut verarbeiten. So kann es wachsen: körperlich, psychisch und geistig. Es entwickelt Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Mit den wachsenden Aufgaben, wächst auch die Fähigkeit sie lösen zu können.
Anders die Welt des Erwachsenen. Was für ihn ohne Bedeutung ist, kann für ein Kind sehr beeinträchtigend, bis hin zu traumatisierend sein. Zum Beispiel: viele Menschen gleichzeitig, laute Geräusche, intensive Gerüche, grelles Licht und Ähnliches. Für viele Erwachsenen alles unscheinbar, doch Kinder erleben die Welt aus ihrer ganz eigenen Perspektive - sehr direkt, zu Beginn ohne Schutzmechanismen. Sie sind angewiesen auf Schutz, Liebe, Fürsorge.
Ursachen von Symptomen bei Kindern können körperlicher Art, wie Stürze, Unfälle, Krankheit oder Ähnliches sein. Doch auch seelische Belastungen und Verletzungen können traumatische Symptome hinterlassen, zum Beispiel: anhaltende familiäre Spannungen, Trennungen, ein Kind hat etwas Schlimmes beobachtet, ein Elternteil ist selbst traumatisiert und Vieles mehr.
Jedoch auch Ereignisse vor oder während der Geburt spielen eine große Rolle. Musste die Mutter während der Schwangerschaft Schlimmes erfahren oder war die Geburt sehr lang und/oder schwierig, dann hinterlässt das deutliche Spuren im Kind.
Kinder sind abhängig und brauchen eine sichere Welt. Dazu gehört, daß sie sich der Familie zugehörig fühlen. Um diese Beziehung und Bindung zu schützen sind sie bereit alles dafür zu tun.
Symptombeispiele:
- Nervöse Unruhe
- Konzentrationsstörungen
- werden leicht wütend / aggressiv
- Bauchschmerzen
- Schlafstörungen
- nächtliches Einnässen
- Ängste, sozial und/oder generell
- Vermeidungsverhalten in bestimmten Situationen
Die therapeutische Arbeit mit Kindern gestaltet sich oft über das Spiel. Hier finden sie eine kreative Gestaltungsmöglichkeit, ihrem inneren Erleben einen Ausdruck zu geben. Das kann entstehen, wenn Kinder eine erlebte Situation zum Beispiel nachspielen. Oder sie drücken ihr (inneres) Erleben über das Malen aus, auch Finger- / Handpuppen sind ein Beispiel für die Arbeit mit Kindern. Die kreative Ausdrucksform von ihnen kann sehr überraschend und so wunderbar sein.
Kinder "erzählen" somit von ihrem Erleben, Ihre Gefühle, Ängste, Sorgen, was auch immer sie beschäftigt. Sie können dadurch in Kommunikation gehen, und gleichzeitig verlagern sie das Innere nach Aussen, was ihnen eine Distanz zu ihrem Erleben schafft und so weniger bedrohlich ist.
Durch ihre Abhängigkeit können Kinder es nicht riskieren aus dem (Familien-) Verbund ausgeschlossen zu werden. Auf unbewusster und zunehmend bewusster Ebene, entwickeln sie Überlebensstrategien, was bedeutet dass sie alles tun, um die Beziehung und Bindung zu schützen und zu bewahren.
Wenn dieses Gefühl von Sicherheit und Geborgensein nicht gewährleistet ist, bedeutet das aus kindlicher Sicht subjektiv empfundene Lebensgefahr! Es kann weder fliehen noch kämpfen.
Das führt zu Gefühlen großer Bedrohung, absoluter Hilflosigkeit, Ohnmachtsempfinden bis hin zur Todesangst.
Hier kann häufig begleitend mit therapeutischer Berührung behandelt werden. Durch gezielten physischen Kontakt erfährt das Nervensystem des Kindes eine Beruhigung und Regulierung. Durch die Gehirnforschung wissen wir mittlerweile, dass physiologisch auch Nervensysteme miteinander in Resonanz gehen (siehe Beispiel Spiegelneurone). Für die Prozessarbeit bedeutet dies, dass ein weniger gut reguliertes Nervensystem (hier das Kind) sich an einem gut regulierten Nervensystem (der Erwachsene) orientiert und in physiologische Resonanz damit geht. Sowohl in der Begegnung und Miteinander sein, wie auch über achtsame Berührung.
So ist es Kindern häufig möglich nach überfordernden Erlebnissen den Weg zurück in eine gute Regulierung zu finden, die ihnen das Gefühl von Sicherheit, Geborgensein und Zufriedenheit vermittelt. Sie erforschen dann wieder frei ihre Welt, wachsen und gedeihen und entwickeln die Fähigkeiten ihr Leben aus einem Gefühl der Selbstermächtigung und Handlungsfähigkeit heraus zu gestalten.
Ganzheitliche